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schlechtärgerlichschwachnicht besondersgeht soganz gutsehenswertausgezeichnetherausragendLieblingsfilm 6,55 von 10 (103x bewertet)
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Fanis Iakovides (Georges Corraface) ist Astrophysiker und wohnt in Athen. Als er erfährt, dass sein Großvater Vassilis (Tassos Bandis) erkrankt ist, begibt er sich auf die Reise nach Istanbul, wo er bis zum siebten Lebensjahr sein Zuhause wusste, bevor die Türken die dort lebenden Griechen vertrieben hatten. Für Fanis beginnt eine Reise in die eigene Kindheit, in der ihn mit Vassilis eine besondere Beziehung verband. Das gemeinsame Kochen hatte Vassilis stets genutzt, um über das Dasein und die Liebe zu philosophieren, um seinen Enkel auf das Leben vorzubereiten.

Warum ihr diesen Film sehen solltet

Angesichts der eher spärlich gesäten griechischen Produktionen, die es in Deutschland zu einem größeren Bekanntheitsgrad bringen, ist „Zimt und Koriander“ für die meisten hiesigen Cineasten wohl so etwas wie ein kleiner Exot. Dabei macht Tassos Boulmetis’ Film vor, dass modernes griechisches Kino durchaus etwas für den breiten europäischen Markt sein kann. Das liegt in erst Linie natürlich an der Qualität des Films. Denn mit feinem Gespür für humoristische Zwischentöne vollbringt es der Film, sowohl als Familiengeschichte zu funktionieren als auch den politischen Umständen jener Zeit entsprechend Rechnung zu tragen.

Der griechisch-türkische Konflikt fungiert dabei als Fundament für die Erinnerungen des Protagonisten, der nach idyllischer Kindheit die Wirrungen der Vertreibung verkraften und im Erwachsenenalter schließlich verarbeiten muss. Wer an dieser Stelle allerdings eine schwerfällige Aufarbeitung eines persönliches Albtraumes erwartet, liegt natürlich falsch. „Zimt und Koriander“ bietet nämlich locker-leichte Unterhaltung mit wohldosierten Anlehnungen an die Realität in der Türkei Mitte der 60er Jahre. Demnach ist der Film auch für diejenigen geeignet, die für die moderne Geschichte Europas nicht so sehr viel übrig haben.

Obwohl es so manchen Film-Freund wohl abschrecken mag, weder vom Regisseur noch von den agierenden Schauspielern je etwas gehört zu haben, sei der Film jedem empfohlen, dem Kino wirklich am Herzen liegt. Denn mit „Zimt und Koriander“ besteht fernab von Hollywood und deutschsprachigem Film die Möglichkeit, in eine etwas andere Filmkultur hineinschnuppern zu können. Und das sollte einem waschechten Cineasten hin und wieder eigentlich gar nicht mal so ungelegen kommen.


Daten:

Griechenland 2003, 103 Minuten, FSK 0
Regie: Tassos Boulmetis
Genre: Drama | Komödie
Darsteller: Georges Corraface, Ieroklis Michaelidis, uvm.


Für Fans von:

Sterben für Anfänger, Lang Lebe Ned Devine!


Dieser Film wurde bewertet von:

IMDb: 7.6 von 10
moviepilot.de: 4,5 von 10


Filmzitate:

„Sowohl das Essen als auch das Leben brauchen Salz.“

„Weggehen heißt woanders hingegen und woanders bedeutete für die meisten von uns Griechenland“

„Das Dessert entspricht in unserer Küche dem, was bei einem Märchen das Ende ist.“



Auszeichnungen:

  • Beim Thessaloniki Film Festival im November 2003 erhielt der Film 10 Auszeichnungen
  • Der Film gewann den Greek Competition Award
  • Der Film wurde 2005 als griechischer Wettbewerbs-Beitrag für den Oscar (ausländischer Film) ausgewählt



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auf DVD oder Blu-Ray


Weitere Filme von Tassos Boulmetis:

1979: Neilo
1981: Odoiporiko sta perihora
1983: Rubaiyat
1990: Viotehnia oneiron