Francis Ford Coppola

Francis Ford Coppola
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Francis Ford Coppola gehört zweifellos zu den lebenden Legenden Hollywoods. Mit weltweit anerkannten Meisterwerken wie „Der Pate” oder „Apocalypse Now” machte sich der Vater von Regisseurin Sofia Coppola („Lost in Translation”) unsterblich und gehört zu den wichtigsten Filmschaffenden des vergangenen Jahrhunderts. Zwar konnte er mit seinen neueren Filmen nicht mehr an die künstlerischen Erfolge der goldenen 1970er Jahre anknüpfen, allerdings sprüht auch das Alterswerk des Francis Ford Coppola vor kreativer Energie, wie jüngst mit den eigenwilligen Werken „Jugend ohne Jugend” oder „Tetro” bewiesen.

Zudem machte sich Coppola auch als Produzent einen Namen. Einem gewissen George Lucas verhalf er mit „American Graffiti” zum Durchbruch und als großer Verehrer von „Aguirre, der Zorn Gottes” sorgte er dafür, dass Werner Herzogs Filme in den Staaten Beachtung fanden. Größer als Francis Ford Coppola geht es eigentlich nicht.

Die besten Francis Ford Coppola Filme

Der Pate

Es ist kein Geheimnis: Francis Ford Coppolas „Der Pate“ und „Der Pate – Teil II“ sind wahre Monster der Filmhistorie und gehören zu den besten Filmen aller Zeiten. Für nicht wenige übertrifft der zweite den ersten Teil sogar noch und bildet somit das bis heute gültige Vorbild für jeden nachfolgenden Mafiafilm. Neben der Aufarbeitung des Aufstiegs von Vito Corleone konzentriert sich der Film dabei auf die allmähliche Veränderung, die Michael als Don seiner Familie durchlebt. Denn aus einem scheuen Verweigerer der Mafiatradition zu Anfang des ersten Teils wird Michael im zweiten Teil gewissermaßen unweigerlich zum soziopathischen Über-Mafiosi, in dem jeder letzte Funken Menschlichkeit erlischt.

Und genau das zeichnet Coppola mit derartig nachvollziehbarer Zwangsläufigkeit nach, dass es den aufmerksamen Zuschauer schier überwältigt. Denn neben stilbildender Mafia-Atmosphäre bietet „Der Pate – Teil II“ vor allem eine psychologische Studie eines immer herrischer werdenden Charakters, der unaufhaltsam zu dem wird, was er niemals werden wollte. Al Pacino liefert eine grandiose Vorstellung ab und stellt selbst Marlon Brandos Leistung im ersten Teil als Don Vito in den Schatten.

Zweifellos gibt es nur eine Handvoll Filme, die in der Liga von „Der Pate – Teil II“ spielen. Das allein sollte Anstoß genug sein, sich einen der besten Filme aller Zeiten anzusehen, falls man es aus unerfindlichen Gründen bisher noch nicht geschafft hat. Ebenso zu empfehlen, sei der Neuschnitt „Der Pate – Die Saga“, welcher die Geschehnisse aus beiden Teilen in chronologischer Reihenfolge zeigt und mit einigen neuen Szenen darüber hinaus auch etwas für Pate-Kenner ist.

Apocalypse Now

Francis Ford Coppola hat mit „Der Pate“ und „Apocalypse Now“ zwei der wichtigsten amerikanischen Filme des 20. Jahrhunderts gedreht und gehört damit zu den bedeutendsten Regisseuren aller Zeiten. Die Geschichte um das entmenschlichte Grauen, das Captain Willard und Colonel Kurtz verbindet, ist in vielerlei Hinsicht mehr als übliches Kino und scheut sich nicht davor, die entsetzlichen psychologischen Abgründe des menschlichen Wesens offenbar zu machen. Wenn bereits im legendären Anfang des Films „The End“ von den ebenso legendären „The Doors“ ertönt, dann sollte ein jeder sich darauf gefasst machen, dass ein geradezu monströses Werk seinen Lauf nimmt. Kaum ein Film der Historie vermag es, mit derart literarischer Urgewalt seine Geschichte zu erzählen, dass es beinahe quälende Züge trägt und dem Zuschauer folglich alles abverlangt. Dass Martin Sheen während der Dreharbeiten einen Herzanfall erlitt und Coppola sich mit der Produktion des Films beinahefinanziell ruiniert hätte, erklärt dabei nur einen winzigen Teil der Tragweite von „Apocalypse Now“.

Damit der Film seiner eigentlichen Bestimmung gerecht werden kann, sei allen Interessierten vor allem der Director’s Cut „Apocalypse Now Redux“ empfohlen, der mit insgesamt über 50 Minuten zusätzlicher Spielzeit aufwartet. Und da dieses filmische Meisterwerk auf einem literarischen Meisterwerk basiert, sollte der geneigte Cineast über den Tellerrand schauen und sich auch mit dem Ursprung von „Apocalypse Now“ beschäftigen. Der Roman „Herz der Finsternis“ von Joseph Conrad ist nämlich von nicht minderer Qualität – und Bedeutung.

Filmografie: Alle Filme von Francis Ford Coppola

1963: Dementia 13
1966: You’re a Big Boy Now
1968: Der goldene Regenbogen
1969: Liebe niemals einen Fremden
1972: Der Pate
1974: Der Dialog
1974: Der Pate – Teil 2
1979: Apocalypse Now
1982: Einer mit Herz
1983: Die Outsider
1983: Rumble Fish
1984: Cotton Club
1986: Peggy Sue hat geheiratet
1987: Der steinerne Garten
1988: Tucker
1989: New Yorker Geschichten
1990: Der Pate III
1992: Bram Stokers Dracula
1996: Jack
1997: Der Regenmacher
2007: Jugend ohne Jugend
2009: Tetro
2011: Twixt

5 Dinge, die du noch nicht über Francis Ford Coppola wusstest

1. Als kleiner Junge erkrankte er an Polio – und entdeckte so seine Liebe zum Film

Bereits in frühen Kindertagen erkrankte Francis Ford Coppola an Polio und musste daher mehrere Monate im Bett liegen. Er hatte sich bereits darauf eingestellt, nie wieder laufen zu können und starrte eigentlich nur noch in den Fernseher.

Die hier erzählten Geschichten begeisterten ihn derartig, dass er seiner Familie sogar eigene Geschichte mithilfe seiner Marionetten vorführte. Nach seiner vollständigen Genesung schenkten ihm seine Eltern zur Aufmunterung eine Super-8-Kamera, mit der er fortan permanent seine Umgebung filmte.

2. Er scheiterte mit einem eigenen Filmstudio

Nach seinen Erfolgen mit “Der Pate” und “Apocalypse Now” wollte sich Francis Ford Coppola aus Hollywood zurückziehen und sein eigenes Filmstudio ins Leben rufen, da er mit der Kommerzialisierung in der Filmindustrie nicht einverstanden war. Sein Plan scheiterte allerdings, weshalb er später doch wieder in Hollywood anheuerte – und hier u.a. “Der Pate – Teil II” für ein großes Studio drehte.

3. Er hat sehr berühmte Familienangehörige

Francis Ford Coppola ist nicht nur der Vater von Sofia Coppola, die sich mittlerweile längst einen eigenen Namen in der Welt der Regisseure sichern konnte: Er ist darüber hinaus auch der Onkel der prominenten Schauspieler Nicolas Cage und Jason Schwartzman.

4. Er gehört einem kleinen Oscar-Kreis an

Francis Ford Coppola gehört zu den wenigen Regisseuren, die bei der Oscarverleihung nicht nur in der Kategorie “Beste Regie” gewonnen haben: Er sicherte sich auch Preise in den Kategorien “Bestes Drehbuch” und “Bester Film”. Dieses Kunststück gelang bisher nur sehr wenigen Regisseuren, wie etwa Billy Wilder und den Brüdern Joel & Ethan Coen.

5. Er baut neuerdings lieber Wein an

Coppola hat sich vor einiger Zeit aus Hollywood zurückgezogen, da er keine neuen Filme mehr drehen will. Stattdessen hat er den Weinanbau für sich entdeckt: In Geyserville im US-Bundesstaat Kalifornien betreibt er ein kleines Weingut, welches nicht nur köstlichen Wein hervorbringt, sondern seinen Gästen auch einen luxuriösen Aufenthalt ermöglicht.