Die 25 besten Science-Fiction-Filme aller Zeiten

1. Interstellar

FSK 12 · USA 2014 · 169 Min · IMDb 8.6

Regie: Christopher Nolan
Darsteller: Matthew McConaughey, Anne Hathaway, Matt Damon, uvm.

Im Stream bei: Netflix

Dass Christopher Nolan („Inception“, „Memento“) für epische Filme bekannt ist, die dem gewöhnlichen Cineasten ein gehöriges Maß an Denkleistung abfordern, ist kein Geheimnis, und so schickt er den Zuschauer auch in „Interstellar“ auf eine Reise in ferne Galaxien, die es wahrlich in sich hat. Es werden Sphären erreicht, die auf Grundlagen der modernen Quantenphysik beruhen und so den Bezug zur Realität schaffen. Auch wenn immer klar ist, dass dies alles nur ein Science-Fiction-Gebilde ist, reißt es den Zuschauer in die Tiefen des Alls und führt auf die Spuren von Einstein und Co.

Dabei hält Nolan auch in diesem fast dreistündigen Filmepos an Altbewährtem fest. So sind im Starensemble mit Matt Damon („Bourne-Reihe“), Jessica Chastain („Zero Dark Thirty“) durch Michael Caine („Prestige – Die Meister der Magie“) und Anne Hathaway („Les Miserable“) gleich zwei Schauspieler mit an Bord, die schon im letzten Batman-Teil dabei waren.

Dass so ein eingespieltes Team förderlich für ein so riesiges Projekt ist, zeigt sich auch bei der Filmmusik, die abermals aus der Feder von Hans Zimmer stammt und so etwas wie den heimlichen Hauptdarsteller gibt, da sie sich schier triumphierend über das bildgewaltige Epos legt. Die allumfassende Imposanz ist demnach wie gemacht für ein entsprechend ausgestattetes Heimkino. Ausgemachte Cineasten können also schon mal den Verstärker anschalten und sich anschnallen: Es geht fulminant ins All!

2. Matrix

FSK 16 · USA 1999 · 131 Min · IMDb 7.8

Regie: Andy und Larry Wachowski
Darsteller: Keanu Reeves, Laurence Fishburne, uvm.

Im Stream bei: Netflix

Thomas Anderson (Keanu Reeves) arbeitet bei einer Softwarefirma, doch als Hacker Neo führt er im Privaten ein Doppelleben. Als er mit Morpheus (Laurence Fishburne), dem geheimnisvollen Anführer einer Untergrundbewegung, zusammentrifft, offenbaren sich ihm Wahrheiten, die sein Weltbild erschüttern. Die vermeintliche Realität stellt sich nämlich als gigantisches Computerprogramm heraus, das den Menschen, die in Wahrheit als Energiequellen für Maschinen dienen, eine lebenswerte Welt suggeriert. Gemeinsam mit der Gruppe um Morpheus und Trinity (Carrie-Anne Moss) stellt es sich Neo zur Aufgabe, die Menschheit aus der Sklaverei zu befreien.

3. Inception

FSK 12 · USA 2010 · 148 Min · IMDb 8.8

Regie: Christopher Nolan
Darsteller: Leonardo DiCaprio, Marion Cotillard, Ellen Page, uvm.

Im Stream bei: Netflix

Christopher Nolans „Inception“ hat gleichermaßen bei Publikum und Kritikern großen Anklang gefunden. Das breite Publikum lobt den immensen Unterhaltungswert, die Kritiker überhäufen das Werk mit Belobigungen angesichts der erstaunlichen Symbiose von Mainstream-Kino und anspruchsvoller Grundthematik. Und tatsächlich ist „Inception“ in dieser Hinsicht eine Besonderheit. Denn trotz eines riesigen Budgets, namhafter Schauspieler und der nach „The Dark Knight“ geradezu unmenschlichen Erwartungshaltung geht der Film seine ganz eigenen Wege.

4. Alien

FSK 16 · USA 1979 · 116 Min · IMDb 8.4

Regie: Ridley Scott
Darsteller: Sigourney Weaver, Tom Skerritt, Veronica Cartwright, uvm.

Im Stream bei: Netflix

Wenn man einmal von hinten beginnt und „Alien – Die Wiedergeburt“ als reichlich misslungenes Sequel des Sequels des Sequels außen vor lässt, dann erinnert David Finchers „Alien 3“ fraglos am ehesten an Ridley Scotts Alien-Erstling, in dem es darum geht, einem einzigen fiesen Alien beizukommen. James Cameron hatte hingegen 1986 in „Aliens – Die Rückkehr“ die Idee, gleich eine Horde der menschenvernichtenden Außerirdischen auf eine bis zu den Zähnen bewaffnete Gruppe um Ellen Ripley loszulassen. Und obwohl Camerons Baller-Spektakel bis heute fraglos zu den besten Action-Filmen überhaupt gehört, ist es doch allein Ridley Scotts „Alien“ vorbehalten, ein atmosphärisches Meisterwerk zu sein.

Denn sowohl das – natürlich ohne CGI-Effekte – modellierte Alien-Monster als auch die schaurig-unheimliche Atmosphäre auf der Nostromo lassen bis zum heutigen Tage allen SciFi- und Horror-Fans die Haare zu Berge stehen. Denn mit Elementen der Dystopie und des Film Noirs, gepaart mit Perspektiven eines David Lynch-Altraumes, gehört „Alien“ zum Eindrucksvollsten, was das SciFi-Genre zu bieten hat.

5. 2001 – Odyssee im Weltraum

FSK 12 · USA 1968 · 143 Min · IMDb 8.3

Regie: Stanley Kubrick
Darsteller: Keir Dullea, Gary Lockwood, William Sylvester, uvm.

Was „Citizen Kane“ für die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts war, kann für Stanley Kubricks „2001: Odyssee im Weltraum“ für die zweite Hälfte behauptet werden. Beide Filme veränderten das Filmwesen ihrer Zeit nämlich in ihren Grundfesten und gehören aus diesem Grund bis zum heutigen Tage zu den wichtigsten Filmen aller Zeiten. Kubrick revolutionierte dabei wie beiläufig das Genre des SciFi-Films, das bis dahin angefüllt mit albernen Weltraummonstern und fragwürdigen Ideen kein besonders ernstzunehmendes Bild abzugeben pflegte. Abgesehen von vereinzelten Ausnahmen hatten sich die Filmschaffenden noch nicht ernsthaft mit den Möglichkeiten des Genres auseinandergesetzt.

Stanley Kubricks Meisterwerk ist demnach als das wegweisende Werk zu bezeichnen, das den erwachsenen SciFi-Film in den Mainstream hievte, ohne dabei sich gängiger Genre-Klischees zu bedienen. Dank epischer Grundhaltung und des Kubrick-eigenen Stils mutet „2001“ daher an wie der Versuch, sich mittels eines Films philosophischen Fragen zu nähern, die – ausdiskutiert – ansonsten vielleicht nicht so viele Menschen vom buchstäblichen Stuhl gerissen hätten.

6. Mad Max: Fury Road

FSK 16 · USA 2015 · 120 Min · IMDb 8.1

Regie: George Miller
Darsteller: Tom Hardy, Charlize Theron, Zoë Kravitz, uvm.

Im Stream bei: Netflix

Max Rockatansky (Tom Hardy) irrt nach der Apokalypse in seinem zur Wüste verkommenen Heimatland umher, trifft durch Zufall auf die Schergen von Tyrann Immortan Joe (Hugh Keays-Byrne) und wird von diesen gefangen genommen. In seinem Kerker wird Max Opfer „medizinischer Experimente“ und fasst den Entschluss, so schnell wie möglich zu fliehen. Als er auf Imperator Furiosa (Charlize Theron) trifft, die sich gemeinsam mit weiteren misshandelten Frauen absetzen will, bietet sich ihm die Chance zur Flucht. Als Immortan Joe davon erfährt, bläst er zur gnadenlosen Hetzjagd.

7. Blade Runner

FSK 16 · England 1982 · 112 Min · IMDb 8.1

Regie: Ridley Scott
Darsteller: Harrison Ford, Rutger Hauer, Sean Young, uvm.

Während die Originalversion nämlich mit einem Happy End aufwartet, wirft der Director’s Cut Fragen auf, die den Zuschauer auch noch Tage später beschäftigen werden – und bietet damit beste Unterhaltung auf höchstem Niveau. Und dabei geht der Film stets offensiv plakativ mit seinem Anliegen um, wirft nur so mit Andeutungen und Verweisen um sich, ohne eigene Erklärungsversuche aufzudrängen, was es letztendlich dem Zuschauer überlässt, sein eigenes Bild vom gezeichneten Gesellschaftsentwurf zu machen. Neben den philosophischen Ansätzen überzeugt „Blade Runner“ darüber hinaus aber auch noch als Action-Film, der im Zweikampf zwischen Batty und Dekkard seinen legendären Höhepunkt findet.

Einfacher kann es wohl nicht sein, einen Film als absolutes Muss für jeden Cineasten zu betiteln. Denn selbst für so manchen SciFi-Hasser gehört „Blade Runner“ zu den ganz großen Werken der Filmhistorie. Jedem sei deshalb vor allem der Director’s Cut ans Herz gelegt, da er der Story ein würdiges Ende verleiht und keinen faden Beigeschmack hinterlässt.

8. Marvel’s The Avengers

FSK 12 · USA 2012 · 142 Min · IMDb 8.0

Regie: Joss Whedon
Darsteller: Robert Downey Jr., Chris Evans, Mark Ruffalo, uvm.

Im Stream bei: Amazon Prime

Regisseur Joss Whedon holt in seinem Blockbuster alle namhaften Marvel-Superhelden ins Boot und wirft mit spektakulären Effekten der jeweiligen Spezialkräfte nur so um sich. Während die übliche Gut-gegen-Böse-Story genretypisch keine erwähnenswerten Überraschungen bereithält, erfährt „The Avengers“ vielmehr dank des speziellen Meta-Zusammenhangs seinen besonderen Reiz. Schließlich verbindet der Film Protagonisten, die zuvor in eigenständigen Filmen Superhelden-Abenteuer erleben durften.

9. Moon

FSK 12 · USA 2009 · 96 Min · IMDb 7.9

Regie: Duncan Jones
Darsteller: Sam Rockwell, Robin Chalk, Matt Berry, uvm.

Wer sich auch nur im Entferntesten für das Genre interessiert, der weiß, dass wirklich gute SciFi-Filme in diesen Zeiten eher Mangelware sind. Mit Duncan Jones` Kinodebüt „Moon“ stehen die Chancen für leiderprobte Cineasten aber gar nicht mal schlecht, einen überraschenden Hauptgewinn zu ziehen.

„Moon“ nimmt nämlich das Beste aus bekannten Genre-Klassikern mit Philip-K.-Dick-Attitüde und mixt daraus ein ansehnliches SciFi-Drama, das nicht zuletzt aufgrund seiner auf das Wesentliche beschränkten Inszenierung überzeugen kann. In diesem Sinne wirkt „Moon“ wie ein Film aus der „guten alten Zeit“, in der es noch nicht die Regel war, den Zuschauer mit einer Vielzahl von Nebenhandlungssträngen zu bombardieren und sich damit zu verzetteln. Im besten Sinne empfehlen wir „Moon“ daher allen, die sich auf einen atmosphärischen SciFi-Film freuen können, das weiß, worauf es ankommt.

10. Elysium

FSK 16 · US/CA/MX 2013 · 109 Min · IMDb 6.6

Regie: Neill Blomkamp
Darsteller: Matt Damon, Jodie Foster, Sharlto Copley, uvm.

Elysium gehört fraglos zu den sehenswerten Hollywood-Filmen der jüngeren Vergangenheit und zeigt, dass Neill Blomkamp sich den Genre-Thron der modernen Dystopie redlich verdient hat. Wir sagen: Nicht nur für „District 9“-Fans ein absolutes Muss!

11. District 9

FSK 16 · USA 2009 · 112 Min · IMDb 7.9

Regie: Neill Blomkamp
Darsteller: Sharlto Copley, Jason Cope, William Allen Young, uvm.

District 9“gehört zu jenen Filmen, die schlichtweg eine Menge Spaß machen. Die Balance zwischen der Charakterisierung des Protagonisten und rasanter Action bewegt sich nahe an der Perfektion, auch wenn es der Film zum Ende hin mit dem Krach und Bumm ein wenig übertreibt. Bis zum überbordenden Finale erwartet den Kino-Fan jedoch ein mehr als überdurchschnittlich unterhaltsamer Action-Sci-Fi-Thriller, der sich nicht groß um vorherrschende Konventionen schert und wie beiläufig neue Genre-Maßstäbe setzt. Dass der Film mit den sog. Shrimps zudem die coolsten Außerirdischen seit längerer Zeit zu bieten hat, ist da nur als Zugabe zu verstehen.

Bis heute hält sich das Gerücht, dass Produzent Peter Jackson Regisseur Neill Blomkamp im Vorfeld der Produktion 30 Millionen Dollar in die Hand gedrückt hat, ohne sich näher zu vergewissern, in welche Richtung der Debütant sein Filmprojekt eigentlich steuern will. Urvertrauen zahlt sich manchmal eben aus.

12. 12 Monkeys

FSK 16 · USA 1995 · 125 Min · IMDb 8.0

Regie: Terry Gilliam
Darsteller: Bruce Willis, Brad Pitt, Madeleine Stowe, uvm.

Der Film nimmt eine Vielzahl überraschender Wendungen, die verwirren und dennoch in sich schlüssig sind. Bruce Willis, Brad Pitt und Madeleine Stowe liefern alle gemeinsam eine Glanzleistung ab, die den komplexen Charakteren gerecht wird. Der Regisseur Terry Gilliam setzt viel Wert auf Details und gut durchdachte Bilder und schafft es dabei, den Zuschauer immer wieder zweifeln zu lassen, was in der gezeigten Filmwelt real und was fiktiv ist. Ein Film mit Anspruch, Spannung und großer Schauspielkunst.

13. Cloud Atlas

FSK 12 · USA 2012 · 172 Min · IMDb 7.4

Regie: Tom Tykwer, Andrew Wachowski, Lana Wachowski
Darsteller: Tom Hanks, Halle Berry, Jim Broadbent, uvm.

Cloud Atlas entwickelt sich zu einem mitreißenden Epos, das trotz der tatsächlich epochalen Ausmaße überraschend dicht wirkt und seine sechs Geschichten in teils spektakulären Bildern erzählt. Insbesondere Tom Hanks und Halle Berry hinterlassen einen starken Eindruck.

14. Gravity

FSK 12 · USA/UK 2013 · 90 Min · IMDb 7.7

Regie: Alfonso Cuarón
Darsteller: Sandra Bullock, George Clooney, Ed Harris, uvm.

Im siebenfach Oscar-gekrönten SciFi-Thriller von Alfonso Cuarón tritt vielmehr das Weltall höchstpersönlich an die Stelle des Antagonisten und trachtet der von Sandra Bullock verkörperten Dr. Ryan Stone nach dem Leben. Dabei hat Cuarón keine Kosten und Mühen gescheut, das Treiben im All so realistisch wir nur irgend möglich darzustellen und bewegt sich in visueller Hinsicht am Rande zur Perfektion.

Cineasten, die sich nicht für den spannend in Szene gesetzten Überlebenskampf der Protagonistin interessieren, können somit allein der faszinierenden Bilderwelt wegen auf ihre Kosten kommen und einen erinnerungswürdigen Filmabend verbringen. Dabei wendet sich „Gravity“ in seiner Gesamtheit an ein mehr erwachsenes Publikum, das weniger für Laser-Schlachten und Alien-Angriffe übrig hat, sondern Kubrick-mäßigen Anspruch mit Action-Elementen verbunden sehen will. Nach Christopher Nolan, der mit seiner Batman-Trilogie sowie „Inception“ das Action-Genre zu anspruchsvolleren Ufern führte, schlägt nun Alfonso Cuarón in eine vergleichbare Kerbe und bietet mit „Gravity“ ein modernes Meisterwerk des SciFi-Kinos an. Wir sagen schlichtweg: Grandios!

15. V wie Vendetta

FSK 16 · USA/GB 2006 · 127 Min · IMDb 8.2

Regie: James McTeigue
Darsteller: Natalie Portman, Hugo Weaving, Stephen Rea, uvm.

Mit „V wie Vendetta“ tummelt sich ein dicker Fisch im trüben Meer der Comic-Verfilmungen, der seinen Genre-Kollegen vor allem eines voraus hat: Klasse. Im Gegensatz zu all den Peng-und-Stirb-Machwerken hat James McTeigue seinen Film gemäß der Vorlage einen stilsicheren Anstrich verpasst, der nicht nur durch die unterhaltsame Eloquenz des Protagonisten offenkundig wird.

Dank Anleihen bei „1984“ und Co. funktioniert „V wie Vendetta“ nämlich als ernstzunehmende Dystopie, in welcher sich der Held zum fintenreichen Gegner eines totalitären Regimes aufschwingt, das Philip K. Dick anerkennend mit den Ohren hätte schlackern lassen. Garniert mit exakt getimten Action-Sequenzen und einer – wie eh – großartigen Natalie Portman, kann sich der Zuschauer demnach auf eine rundum gelungene Comic-Verfilmung freuen.

16. Equilibrium

FSK 16 · USA 2002 · 102 Min · IMDb 7.4

Regie: Kurt Wimmer
Darsteller: Christian Bale, Emily Watson, Taye Diggs, uvm.

Werke, die dem geneigten Cineasten angesichts der Inhaltsangabe von „Equilibrium“ einfallen könnten: „Fahrenheit 451“, „1984“, „Brave New World“, „Matrix“, „Blade Runner“ und noch viele mehr. Und tatsächlich erscheint „Equilibrium“ auf den ersten Blick wie das Sammelsurium verschiedenster Ideen aus den berühmtesten Dystopien der Film- und Literaturgeschichte.

Denn die Idee, dass sich der einstmalige Verfechter eines totalitären Regimes nach einem Aha-Moment auf die Seite der Aufständigen schlägt, ist schließlich bei weitem nicht neu. Doch im Gegensatz etwa zu Truffauts Vorgehensweise bei „Fahrenheit 451“ hat Regisseur Kurt Wimmer seinem Film eine gehörige Portion Action beigemischt, die „Equilibrium“ wesentlich mainstreamiger daherkommen lässt als viele vergleichbare Genre-Kollegen.

17. Watchmen – Die Wächter

FSK 16 · USA 2009 · 162 Min · IMDb 7.6

Regie: Zack Snyder
Darsteller: Jackie Earle Haley, Patrick Wilson, Malin Akerman, uvm.

Zack Snyders „Watchmen“ ist in vielerlei Hinsicht etwas Besonderes. Denn im Gegensatz zu weltrettenden Bat- und Spidermans geht es bei den Watchmen wesentlich experimenteller zu. Denn hier vertreibt ein abgehalfterter Ex-Superheld auch schon mal Superhelden-Merchandising, um sich seine Dollars zu verdienen.

Dass Zack Snyder sich bei der Verfilmung geradezu akribisch an die Comic-Vorlage hält, dürfte den uneingeweihten Kino-Fan allerdings einiges abverlangen. Denn aufgrund der episodenhaften Erzählweise und einer Vielzahl von Rückblenden gehört „Watchmen“ fraglos nicht zu den unanstrengendsten Werken seiner Zunft. Erfreulich ist hierbei allerdings, dass sich der Film im Großen und Ganzen mehr als kreative Charakterstudie seiner skurrilen Figuren versteht, als letztlich allein bildgewaltiges Action-Spektakel zu sein.

18. Avatar – Aufbruch nach Pandora

FSK 12 · USA 2009 · 161 Min · IMDb 7.8

Regie: James Cameron
Darsteller: Sam Worthington, Zoë Saldaña, Sigourney Weaver, uvm.

Was ist nicht alles über „Avatar“ gesagt und geschrieben worden. Die einen ergötzten sich an den 3D-Effekten im Kino, die anderen ätzten über einen dünnen Plot und Alibi-Dialoge. Sicher ist, dass „Avatar“ bis hierhin der kommerziell erfolgreichste Film aller Zeiten ist und es vermutlich bis James Cameron in zehn Jahren etwas neues Außergewöhnliches am Start hat auch bleiben wird. Sicher ist ebenfalls, dass man durchaus seinen Spaß mit dem Film haben kann, solange man sich nur darauf einstellt, ein reines Popcorn-Movie vor sich zu haben. Denn „Avatar“ will vor allem visuell begeistern, den Zuschauer in eine selbst erfundene Welt entführen, in der das Publikum genauso nah dran an Flora und Fauna und späterem Boom und Bang sein kann, wie die Protagonisten selbst.

Demnach ist das, was man im Kino vor Augen hat, auch weniger ein Film als ein visuelles Experiment, das völlig andere Maßstäbe voraussetzt als z.B. ein handelsübliches Drama. Hierfür gehört James Cameron eine Menge Respekt gezollt, da er für sich selbst und damit auch für das Publikum die Grenzen des Kinos neu definiert und somit nichts anderes vollbringt als z.B. die französischen Autorenfilmer Mitte des letzten Jahrhunderts. Natürlich bewegt sich Cameron mit seinen Visionen dabei in eine gänzlich verschiedene Richtung, dennoch – oder gerade deswegen – gehört „Avatar“ filmgeschichtlich zu den wirklich wichtigen Filmen der Neuzeit. Ob es einem schmeckt oder nicht.

19. Predestination

FSK 12 · Australien 2014 · 97 Min · IMDb 7.5

Regie: Michael Spierig, Peter Spierig
Darsteller: Ethan Hawke, Sarah Snook, Noah Taylor, uvm.

Sind die ersten Minuten von „Predestination“ erst einmal vorbei, dürfte sich so mancher Cineast verwirrt die Augen reiben. Und das nicht so sehr, weil die SciFi-Perle aus Australien im ersten Drittel ein bisschen mehr Zeit als üblich benötigt, um auf Plot-Touren zu kommen. Sondern vielmehr deswegen, weil der Film von Michael und Peter Spierig nur 97 Spielzeit aufweist. Knapp 100 Minuten für ein Zeitreise-Gedankenspiel, in dem die ganz großen Fragen des Lebens mit ins filmische Boot genommen werden? Genre-Cousins wie etwa „12 Monkeys“ (130 Minuten) oder „Inception“ (150 Minuten) sind nicht zufällig näher am Epos als am Kurzfilm.

Und tatsächlich: „Predestination“ läuft durchaus Gefahr, in den kommenden Jahren nicht zur allerersten Riege der modernen Zeitreise-Filme gezählt zu werden. In letzter Konsequenz fehlt der Produktion schlichtweg die Breite, um sich für einen bleibenden Eintrag ins Genre-Jahrbuch zu empfehlen. Das ist dann aber auch schon alles, was dem Film vorzuwerfen wäre. Wirklich alles. Abgesehen vom fehlenden Epos-Faktor ist „Predestination“ nämlich ein echter SciFi-Knaller, der mit einem stark aufspielenden Ethan Hawke punktet, über ein geradezu virtuos konstruiertes Drehbuch verfügt und sich in Hinsicht auf die CGI-Effekte nicht hinter den großen Vorbildern aus Hollywood verstecken muss. Ergo: Wir können den Film nur jedem Cineasten empfehlen, der Lust auf ein knackiges Zeitreise-Abenteuer hat, das sich auf das Wesentliche konzentriert und ganz nebenbei noch die eine oder andere philosophisch angehauchte Frage aufwirft, über die sich auch noch am nächsten Tagen grübeln lässt.

20. Source Code

FSK 12 · USA 2011 · 93 Min · IMDb 7.5

Regie: Duncan Jones
Darsteller: Jake Gyllenhaal, Michelle Monaghan, Vera Farmiga, uvm.

Filme, in denen der Protagonist in die Körper anderer Personen schlüpft und Filme, in denen der Protagonist fröhlich durch die Zeit reist, haben grob zusammengefasst einen gemeinsamen Feind: die Logik. Dass Regisseur Duncan Jones seinen Hauptdarsteller Jake Gyllenhaal in „Source Code“ sowohl in die Vergangenheit als auch von Körper zu Körper schickt, kann demnach nur als durchaus gewagtes Unterfangen bezeichnet werden. Und auch wenn gerade zum Ende des Films das eine oder andere Auge zugedrückt werden muss, bleibt insgesamt zu konstatieren, dass Jones’ zweiter Kinofilm die SciFi-Hebel mit gebotener Kunstfertigkeit in Bewegung setzt.

In Verbindung mit den klug platzieren Plot-Wendungen und der wie üblich sehenswerten Vorstellung von Jake Gyllenhaal entwickelt sich so ein überdurchschnittlicher SciFi-Thriller, der in seinen besten Momenten gar tatsächlich beeindruckende Züge trägt. Im Gegensatz zu etwa „Inception“ verlässt sich „Source Code“ dabei nicht so explizit auf den ästhetischen Effekt der Bilder, sondern stellt die Handlung samt psychologischer Tragweite in den Mittelpunkt – ohne dabei die Action zu vernachlässigen. Der Film mutet daher wie die bestmögliche Mischung aus „12 Monkeys“ und Tony Scotts „Déjà Vu“ an und dürfte nicht nur eingefleischte SciFi-Fans begeistern.

Bewegte sich Duncan Jones mit seinem starken Kino-Debüt „Moon“ noch am Rande des Independent-Kinos, ist ihm mit „Source Code“ der Schritt ins Mainstream-Bewusstsein auf imposante Art und Weise geglückt. Im großen Schatten seines Vaters (David Bowie!) könnte es gewiss auch schlechter laufen.

21. Déjà Vu

FSK 12 · USA 2006 · 126 Min · IMDb 7.1

Regie: Tony Scott
Darsteller: Denzel Washington, Val Kilmer, Paula Patton, uvm.

Wer die neueren Filme von Tony Scott („Mann unter Feuer“) kennt, weiß, was er bei „Déjà Vu“ vor allem in visueller Hinsicht zu erwarten hat. Pompös inszeniert, wartet der Film mit schnellen Schnitten, dynamischen Wechseln von Zeitlupe auf Zeitraffer und rasant arrangierten Verfolgungsjagden auf. Dass dabei die Logik innerhalb der Zeitreise-Konstruktion zuweilen auf der Strecke bleiben muss, nimmt man als geneigter Action-Fan gerne auf die leichter Schulter. Denn „Déjà Vu“ ist in erster Linie ein Popcorn-Movie, das den Zuschauer in bester Tony Scott-Manier unterhält. Scott-Spezi Denzel Washington füllt seine Rolle als scharfsinniger Agent Carlin gewohnt souverän aus und liefert sich vor allem mit den Mitgliedern der Spezialeinheit das eine oder andere charmante Scharmützel. Langeweile kommt bei der durchaus überdurchschnittlich spannenden Reise in die Vergangenheit jedenfalls nicht auf.

„Déjà Vu“ ist einer jener Filme, bei denen man weiß, was man bekommt. Eine Handvoll Action, eine Prise Wortwitz, garniert mit einer zuweilen fragwürdigen, doch immer spannenden Story. Fertig ist das Entertainment-Paket, das für mindestens zwei Stunden vollste Zufriedenheit garantiert. Und was könnte es Schöneres geben, als sich hin und wieder von Tony Scott beweisen zu lassen, dass auch ein neuerer Hollywood-Actionfilm es wert ist, nach ihm in der Streaming Videothek des Vertrauens Ausschau zu halten.

22. Arrival

FSK 12 · USA 2016 · 120 Min · IMDb 7.9

Regie: Denis Villeneuve
Darsteller: Amy Adams, Jeremy Renner, Forest Whitaker, uvm.

Eine der zentralen Fragen der Menschheit lautet fraglos: Existiert im Universum noch anderes sog. intelligentes Leben oder ist die Erde die einzige Oase im schwarzen Nichts? Eine beliebte Fingerübung Hollywoods besteht darin, diese Frage mit einem „Wir sind nicht allein!“ zu beantworten. In aller Regel folgt feuersprühende Action à la „Independence Day“ und der verzweifelte Versuch, die unliebsamen Besucher schnellstmöglich wieder loszuwerden. Regisseur Denis Villeneuve entwirft in „Arrival“ folglich kein sonderlich innovatives Ausgangsszenario. Doch schon nach wenigen Minuten Spielzeit offenbart der Film seinen wahren, stark abweichenden Genre-Charakter.

„Arrival“ nutzt den Alien-Besuch nämlich vornehmlich, um die menschliche Identität zu hinterfragen. Während die beiden Protagonisten als Individuum agieren und dabei nicht zuletzt die Tücken der Kommunikation in den Mittelpunkt des Geschehens geraten, wabern die politischen Dimensionen zum Glück für alle Cineasten eher im Hintergrund. Dass die USA letztlich als besonnen agierende Hausmacht für eine kommunikative Lösung einstehen und daneben Russland sowie China säbelrasselnd dargestellt werden, können Kino-Freunde getrost satirisch aufnehmen.

Letztlich funktioniert „Arrival“ jedoch als stimmig-anspruchsvolles SciFi-Drama, das in seinen besten Momenten nicht zuletzt dank des reduzierten visuellen Konzepts an Meisterwerke wie Kubricks „2001: Odyssee im Weltraum“ erinnert. Amy Adams und Jeremy Renner bieten solide Vorstellungen auf Hollywood-Niveau und können Oscar-Preisträger Forest Whitaker zu jeder Zeit die Stirn bieten. Wir können „Arrival“ daher nur jedem Cineasten empfehlen, der etwas mit einem spannenden SciFi-Gedankenexperiment anfangen kann, bei dem nicht alle zwei Minuten irgendetwas explodiert.

23. The Fountain

FSK 12 · USA 2006 · 96 Min · IMDb 7.2

Regie: Darren Aronofsky
Darsteller: Hugh Jackman, Rachel Weisz, Ellen Burstyn, uvm.

Konnte sich Regisseur Darren Aronofsky in den letzten Jahren mit eher psychologisch angelegten Werken wie „The Wrestler“ oder „Black Swan“ ins Rampenlicht der breiten Film-Öffentlichkeit dirigieren, ist der 2006 entstandene Film „The Fountain“ bis zum heutigen Tage die wohl streitbarste Produktionen des Hollywood-Shootingstars. Das SciFi-Esoterik-Drama hält sich nämlich sowohl in visueller als auch in dramaturgischer Hinsicht nicht mit überbordendem Pathos zurück und sorgt so zwangsläufig für ein geteiltes Echo bei Kritik und Cineasten. Bis zum Zerbersten aufgeladen mit philosophischen Anklängen zu Leben, Tod und Wiedergeburt, ist der Film für die einen inspirierende Kino-Abwechslung mit Neigung gen Hochkultur, während andere wiederum nur eine prätentiöse Anmaßung attestieren können, die in esoterischen Banalitäten ihren wenig ernstzunehmenden Ausdruck findet.

Obwohl die Frage, ob es sich bei „The Fountain“ nun um einen tiefgreifenden Kunstfilm oder doch nur peinlichen Eso-Trash handelt, nicht objektiv geklärt werden kann, bleibt festzuhalten, dass Aronofskys Ausflug in sinnende Sphären keinen Cineasten unberührt lassen dürfte. Wir können daher nur jedem Film-Freund empfehlen, sich mit „The Fountain“ auseinander zu setzen – Gemütsregungen in die eine oder die andere Richtung garantiert.

Darren Aronofsky gehört heute zu den wichtigsten US-amerikanischen Regisseuren überhaupt und steht daher unter besonderer Beobachtung. Inwiefern sich der New Yorker mit wachsendem Erfolg vom künstlerischen Anspruch eines Films wie „The Fountain“ entfernt, könnte demnach Fingerzeig auf sich verschiebende Prioritäten sein.

Der Plan

K-Pax

I Origins – Im Auge des Ursprungs

Perfect Sense (Science-Fiction-Drama)

Mr. Nobody (Science-Fiction-Melodrama)

Rückblick: Die 15 besten Science-Fiction-Filme der vergangenen 8 Jahre

2016

2016 spielen nicht zuletzt Kinder die Genre-Hauptrolle. In „Midnight Special“ setzt sich Roy (Michael Shannon) mit seinem Sohn Alton erst von einer religiösen Sekte ab, um dann Ziel einer umgreifenden Fahndung zu werden. Alton besitzt nämlich übersinnliche Fähigkeiten, die zunehmend zerstörerische Dimensionen annehmen. Gemeinsam mit Kumpel Joel Edgerton schlagen sie sich zu einem geheimen Treffpunkt durch, wo Außergewöhnliches geschieht.

Gruselig geht es in „Shortwave“ zur Sache. Die Story: Nach dem Tod ihres einzigen Kindes gehen Wissenschaftler Josh und Isabel durch schwere Zeiten. Um sich vom Schock zu erholen, ziehen sich beide mit Joshs Kollegen in ein einsam gelegenes Forschungszentrum zurück, wo sich die Wissenschaftler mit der Erforschung von Kurzwellen befassen. Bald stoßen sie auf ein sonderbares Signal, das nicht zuletzt Auswirkungen auf Isabels Gemütszustand zu haben scheint.

Weniger gelungen ist hingegen die Dystopie „Die 5. Welle“. Als Mischung aus Katastrophen-Drama und Alien-Invasion à la „Independence Day“ schlägt sich Chloë Grace Moretz durch die beginnende Apokalypse. Dabei scheint es, als bediene sich der Film aus unzähligen Klassikern, ohne dabei allerdings den richtigen Ton zu treffen. Wir sagen: Hat man bereits in verschiedenen Versionen wesentlich besser gesehen!

Interessant könnte 2016 noch „Replicas“ werden, in dem Keanu Reeves die Hauptrolle spielt. Als zunehmend besessen agierender Wissenschaftler setzt er nach dem Unfalltod seiner Familie alles daran, sie zurück ins Leben zu holen. Dabei geht er an die Grenzen jeglicher Wissenschaft – und der Moral. Regisseur Jeffrey Nachmanoff, der im Kinogeschäft bis hierhin eher noch ein unbeschriebenes Blatt ist, könnte 2016 also zu den ganz großen Gewinnern gehören.

2015

2015 macht Tom Cruise eine Pause. Dafür springt Matt Damon in die Bresche, auch wenn „Der Marsianer“ mehr SciFi-Drama als Action-Spektakel ist. Die Story: Auf ihrer Mars-Mission gerät eine Crew in einen lebensgefährlichen Sandsturm und muss den Planeten verlassen. Matt Damon als Mark Watney bleibt als einziger Astronaut zurück und sieht keine Chance, in naher Zukunft zur Erde zurückzukehren. In der Folge muss er um sein Überleben kämpfen und darum, seine Kollegen auf der Erde davon zu überzeugen, dass er noch am Leben ist.

Während „Der Marsianer“ zu großen Teilen als One-Man-Show funktioniert, stehen in „Ex Machina“ zwei Personen im Mittelpunkt. Zwei Personen – und ein Roboter. In Alex Garlands Überraschungserfolg erhält Computerspezialist Caleb die Chance, das abgelegene Anwesen seines Chefs Nathan zu besuchen. Dort stellt sich heraus, dass Nathan an einem Roboter mit künstlicher Intelligenz forscht und Caleb ihn auf die Probe stellen soll. Doch schon bald verschwimmen die Identitäten.

„Tomorrowland“ hingegen erzählt die Geschichte rund um George Clooney und Britt Robertson, die sich ins futuristische Tomorrowland begeben und es u. a. mit gefährlichen Robotern zu tun bekommen. Als Disney-Produktion spricht Brad Birds Film dabei weniger Die-Hard-Cineasten als mehr die gesamte Familie an.

Kreativstes Fundstück des Jahres ist fraglos der Kurzfilm „Kung Fury“. In feinster 80er-Jahre-Spielautomaten-Optik sieht sich Super-Cop Kung Fury bald seinem ärgsten Gegenspieler gegenüber: Adolf Hitler. Um Hitler zu stoppen, muss Fury in die Vergangenheit reisen, landet fälschlicherweise aber erstmal im Wikinger-Zeitalter. Dort bekommt er es mit Dinosauriern und allerhand anachronistischen Gegenspielern zu tun. Erst danach findet er die Muse, Hitler das Handwerk zu legen. Wir sagen: Wer auf kreativen Trash steht, findet in „Kung Fury“ ein wahnwitziges Genre-Highlight. Die gut 30 Minuten Spielzeit brennen sich ins Gedächtnis ein!

2014

Was Tom Cruise 2013 kann, kann Tom Cruise 2014 schon lange. Der SciFi-Action-Kracher „Edge of Tomorrow“ funktioniert dabei wie die Kriegsversion von „Und täglich grüßt das Murmeltier“. Während Bill Murray in besagtem Klassiker den wiederholenden Tag dazu nutzt, um Französisch zu lernen und sein Klavierspiel zu verbessern, ist Cruise dazu verdammt, seinen ersten Einsatz im Krieg gegen übermächtige Aliens immer wieder zu erleben. Da macht es dann Sinn, an seinen Fähigkeiten zu feilen, um den Aliens endlich beizukommen.

Das gute alte Zeitreisen steht hingegen in „Predestination“ im Mittelpunkt. Die Story: Ethan Hawke hat als Zeitreise-Agent die Aufgabe, Verbrechen zu verhindern, bevor sie begangen werden. Doch auf einer seiner Reisen gerät er in Schwierigkeiten und selbst auf die Abschussliste. Wer sich hierbei an „Minority Report“ (Cruise zum Dritten!) erinnert fühlt, ist auf dem richtigen Dampfer!

“Christopher Nolan bietet 2014 ein wahres SciFi-Epos an. In knapp drei Stunden erzählt er die Geschichte von Cooper (Matthew McConaughey), der in der nahen Zukunft lebt und wie die wenigen anderen Überlebenden mit den Auswirkungen einer ökologischen Katastrophe zu kämpfen haben. Die einzige Rettung: Die Besiedlung eines neuen Planeten!

Den Independent-Vertreter des Genres liefert 2014 Mike Cahill. Im Liebesdrama (mit SciFi-Anleihen) „I Origins“ verliebt sich Wissenschaftler Michael Pitt erst in Àstrid Bergès-Frisbey und erfährt nach ihrem Tod, dass sich in Indien ein Mädchen befinden soll, das über das exakt gleiche Augenpaar wie seine große Liebe verfügt. Er begibt sich auf die Reise und stellt sich dabei die großen Fragen der Menschheit. Was bedeuten Tod, Vorherbestimmung und Leben? Wir sagen: Nicht für ungeduldige Kino-Fans geeignet. Für alle anderen: Großartig!

2013

In Sachen Action-SciFi macht 2013 Tom Cruise niemand etwas vor. In „Oblivion“ arbeitet Cruise auf der nach einem Krieg mit Außerirdischen verwüsteten Erde. Abgesehen von anderen Technikern glaubt er sich allein auf dem Planeten. Doch bei einem seiner Erkundungsgänge macht er eine unliebsame Entdeckung, die bald sein ganzes Talent als Überlebenskünstler herausfordert. Dabei setzt der Film auf Unterhaltung à la „Mission Impossible“, garniert mit „Krieg der Welten.

Hoch her geht’s ebenfalls im zwölften Teil der „Star Trek“-Reihe. In „Star Trek Into Darkness“ müssen Kirk, Spock und Co. es mit Space-Terrorist Harrison aufnehmen, der auf seiner Flucht auch noch die guten alten Klingonen ins Spiel bringt. Atemberaubende Bilderwelten und die gewohnt vor Anspielungen nur so strotzende Inszenierung lassen das Herz eines jeden Trekkies schneller schlagen.

In „Gravity“ hingegen gegen geht es wesentlich reduzierter zu. Zumindest was das Personal betrifft. Mit Sandra Bullock steht eine einzelne Astronautin im Mittelpunkt, die sich mit den zerstörerischen Auswirkungen eines Asteroidenschauers herumschlagen muss. Dabei legt Regisseur Alfonso Cuarón den Fokus vor allem auf die realistische Darstellung des Weltraums und die Tücken der Schwerelosigkeit.

Das hintersinnigste SciFi-Drama des Jahres liefert Spike Jonze, der in „Her“ Joaquin Phoenix in ein selten gesehenes Gefühlschaos stürzt. Als Theodore Twombly verliebt sich Phoenix in das fortschrittliche Betriebsprogramm seines neuen Computers und führt den Zuschauer in eine grandios konzipierte Falle. Cineasten können sich also schon einmal warm anziehen. Eine harmlose SciFi-Romanze ist „Her“ nämlich bei weitem nicht, sondern einer der sehenswertesten Filme des gesamten Jahrzehnts!–